Weit weg

Auch bekannt als „Sankt Florians-Prinzip“, ist das Leitmotiv der Stunde. Besser gesagt, es ist bei vielen Verantwortungsträgern ein weit verbreitetes Prinzip. Aber nicht nur dort. Auch wir wünschen uns oft in Ruhe gelassen zu werden und wünschen uns lästige Probleme weit weg. Sei es Corona, die Klimakrise oder den lästigen Chef – es gibt nichts, was wir uns nicht weg wünschen könnten. Solange es andere betrifft (dafür soll eben Sankt Florian sorgen) – nicht mein Problem. Der (fromme) Wunsch ist menschlich und verständlich – leider aber vergebens. Lästige Probleme haben die Eigenschaft uns zu verfolgen. Wenn nicht jetzt, so später. Und gerade dieser Tage scheint es, als würde sich ein ganzer Kübel sorgsam entsorgter Probleme über uns ergiessen. Corona – weit weg – mitnichten, noch nie gab es weltweit mehr Ansteckungen als diese Woche. Klimakrise – weit weg – Greta Thunberg ist verstummt und trotzdem erlebt Sibirien den heissesten Sommer seit Menschengedenken, der den Permafrost tauen lässt. Rassismus – weit weg – Black Lives Matter holt uns auf den Boden der Realität zurück. Und dann gibt es auch noch Firmen, die sich Kunden möglichst weit weg wünschen – eine Geschichte über den Versuch, eFinance der Schweizer Post einzurichten.

Weit weg – diese Woche nicht, mein Blog berichtet davon.

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