world-cruise 2020

Wer hat nicht schon mal von einer Weltreise geträumt?

Viele packen ihren Rucksack nach der Schule oder dem Studium und ziehen los um die Welt zu erkundigen. Heute zieht es aber auch mehr und mehr Ältere hinaus in die Welt. Sei es um Neues zu erleben, das Leben zu geniessen oder um der „Welt zu entfliehen“.

Man könnte sich nun ins nächste Flugzeug, den Zug nach Moskau, in den Camper oder sonstwohin setzen und draulos reisen. Man kann aber seine Route auch minutiös planen, sich eine Segelboot kaufen und die Weltmeere durchkreuzen. Alles Optionen, die denen zur Verfügung stehen, die genügend Zeit, das nötige Kleingeld haben oder noch jung und kräftig sind.

Die wohl bequemste Art etwas mehr von dieser Welt zu sehen, ist wohl eine Kreuzfahrt. Diese geht zwar auf Kosten des Faktors „Abenteuer“, dafür aber bekommt man für vergleichsweise wenig Geld, viel geboten. Die Route ist vorgegeben, das Zimmer (Kabine) reist mit, es gibt kein Gepäck zu schleppen, für Unterhaltung und Verpflegung ist gesorgt und man hat trotzdem die Freiheit, auf eigene Faust Städte, Orte und Sehenswürdigkeiten zu erkundigen. Wir haben diesen Weg gewählt. Die Reise startet am 5. Januar 2020 in Genua und endet wieder dort am 30. April 2020.

Doch auch eine solche Reise muss geplant werden, wenn man mehr will, als einfach zu „konsumieren“. Ebenso gibt es natürlich viele Aspekte die an einer solchen Reise nicht so toll sind (Massentourismus, Klima/Umwelt, usw.)

Dieser Blog handelt also von unseren Vorbereitungen, Gedanken, Bedenken, der Vorfreude und den Erlebnissen und Impressionen der Reise selbst.

Komm mit auf unsere Reise!

Unser Schiff

Heute ein paar Informationen zu unserem Transportmittel.

Wir haben die Reise über MSC gebucht. https://www.msckreuzfahrten.ch/de-ch/Homepage.aspx Unser Schiff ist die MSC Magnifica https://www.msckreuzfahrten.ch/de-ch/Entdecken-Sie-MSC/Kreuzfahrtschiffe/MSC-Magnifica.aspx

Rundgang: ww.msckreuzfahrten.ch/de-ch/Entdecken-Sie-MSC/Kreuzfahrtschiffe/MSC-Magnifica.aspx

Wir haben eine Aussenkabine mit Meerblick auf Deck 5.

Wir sind 117 Tage unterwegs, davon ca. 56 Tage auf See. Wir machen in 43 Häfen Halt. Total haben wir bis heute 27 Ausflüge gebucht. Weitere werden sicher noch folgen. Vieles machen wir spontan.

Wir freuen uns – bald geht es los

Noch gut 2 Monate und es geht los. Wir sind schon mitten in den Vorbereitungen, haben Landausflüge gesucht und gebucht. Unsere Abwesenheit organisiert (Post, Rechnungen, Wohnung etc.) und uns mit den Folgen unseres Tuns beschäftigt. Bei aller Vorfreude – die negativen Seiten dieser Reise sind auch uns nicht verborgen geblieben. Wir reden über die Klimakrise, die CO2 Emissionen, den Feinstaub, Schwefel, die Auswirkugnen der Kreuzfahrt auf die angefahrenen Destinationen (Venedig, Barcelona etc.) und die Auswirkungen des Massentourismus allgemein.

Fahren ja oder nein?

Je länger wir uns mit solchen Fragen beschäftigen, umso mehr sind wir uns unsere Verantwortung bewusst und umso mehr merken wir, wie gefangen wir in unserer Welt (sprich System) sind. Wir merken, wie begrenzt unsere Möglichkeiten sind. Die Frage spitzt sich zu auf: Fahren oder nicht fahren?

Wir haben uns für’s Fahren entschieden, weil wir die Welt sehen möchen (wenigstens ein kleiner Teil davon) und weil wir lange dafür gespart haben. Die negativen Seiten versuchen wir, im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, zu minimieren und zu kompensieren – mit dem Kauf von Klimazertifikaten, dem Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, mit einem verantwortlichen Umgang mit Ressourcen im Alltag und unserem politischen Engagement für die Umwelt. Asketen sind und waren wir nie. Das mag man kritisieren – wir sind offen für die Debatte.

Gefordert sind Politik und Wirtschaft

Wir hätten da einen Wunsch – nein, wir fordern von Politik und Wirtschaft, dass sie ihren Teil der Verantwortung ebenfalls übernehmen. Wie begrenzt unsere Möglichkeiten als Einzelne/r sind, zeigen alle die Diskussionen rund ums Klima und die Kreuzschifffahrt (und das Reisen allgemein). Als Kunde entscheide ich zwar, ob ich eine Reise machenn will oder nicht und mit welchen Mitteln. Welche Treibstoffe dabei verwendet werden, zu welchem Preis für die Umwelt, was angesteuert wird, welche Vorschriften und Regeln gelten usw. liegt aber nicht in unserem direkten Einfluss. Das Dilemma ist somit vorprogrammiert und am Ende ist der Konsument der Schuldige (du hättest ja daheim bleiben können). Über die Verantwortung der Anbieter und der Reluatoren (Politischen Behörden) redet dann keine/r mehr. Das ist gefährlich, falsch und entbindet die eigentlichen Profiteure von ihrer Verantwortung. Der Druck etwas zu ändern liegt dann beim Käufer, nicht beim Verkäufer. Dieses Spiel machen wir nicht mit!

Und doch freuen wir uns riesig auf diese Reise!

Ja, wir freuen uns auf das Schiffe, das Essen die vielen neuen Bekanntschaften, die Städte und Orte, die vielen neuen Eindrücke, die ruhigen Seetage, die tollen Sonnenuntergänge, die rauhe See, die einsamen Strände, Buchten, Naturparks und Landschaften. Wir freuen uns auf unser Schiff, die Kabine und das dahin gleiten auf Wasser, vier Monate weg vom Alltag und all die Eindrücke, von denen wir unseren Freunden berichten können.

Nun kann es losgehen

Heute sind (endlich) die letzten Unterlagen eingetroffen. Tickets und Vouchers für die Zusatzleistungen. Ebenso fand gestern das Indien-Visa noch den Weg zu uns. Nun kann uns nur noch ein Wintersturm, ein Generalstreik oder ein Tsunami aufhalten…

Zu unserer grossen Überraschung fährt unser Bus schon um 01.15 – also mitten in der Nacht – ab Zürich Sihlquai. Unsere Hotelbuchung am Flughafen ist somit hinfällig. Die erste Überraschung dieser Reise. Es werden sicher weitere folgen..

Letzte Gedanken zur Reise

Das Warten hat ein Ende und damit auch die vielen Fragen vor der Reise. Antworten wird diese selber geben. Freude und Sorgen halten sich oft die Waage und gerade unmittelbar vor dem heutigen Start gibt es ein Wechselbad der Gefühle. Gespannte Neugier und Freude einerseits, Nachdenklichkeit und Sorgen andererseits.

Die Welt ist momentan nicht unbedingt einladend und gibt Grund zu vielen Fragen und Bedenken. Wir reisen ja sozusagen von Brennpunkt zu Brennpunkt – von den Streiks in Frankreich, Unruhen und Krisen in Lateinamerika, Feuersbrünste in Australien bis zum Pulverfass auf der Arabischen Halbinsel. In 4 Monaten kann viel passieren. Dies tut es unabhängig davon, wo wir uns befinden.

Wir winken Euch zu und halten Euch auf dem Laufenden.

Die ersten Tage

Nun sind wir schon zwei Tage unterwegs und wir sind schon voller Eindrücke. Der Start war mehr als perfekt. Traumwetter und Frühlingstemperaturen. Marseille und Barcelona sind eine echte Überraschung. Wenig Touristen, vernünftige Preise und eine tolle Kulisse. In beiden Städten sind wir auf eigene Faust unterwegs. Perfekt für den Einstieg

Da das Internet auf dem Schiff etwas lahmt, schreibe und poste ich nur an Land. Free WiFi gibt es fast überall. Alle News findet ihr im Tagebuch (ca alle 3 Tage), Fotos unter Impression.

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: